Die Hauptstadt Lettlands hat heute mehr als 700.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Baltikums. Das beliebte Ziel von Ostsee Kreuzfahrten hat im Laufe der Jahre zahlreiche Beinamen erhalten. Man nennt sie zum Beispiel „Paris des Nordens“ oder „Metropole des Bernsteins“. Bei einem Spaziergang durch die Kopfsteinpflastergassen der hanseatisch geprägten Altstadt bekommt der Besucher eine Ahnung davon, warum Riga einst die reichste hanseatisch geprägte Altstadt Stadt der Welt war: Der Dom, größtes Sakralbauwerk im Baltikum, mit der einst größten und noch immer einer der klangschönsten Orgeln der Welt, wetteifert mit der Petrikirche; daneben prahlen barocke Bürgerhäuser mit reichen Verzierungen.

Die wunderschöne Altstadt mit ihren Jugendstilvierteln ist Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und die Besichtigung ist ein Highlight Ihrer Ostsee Kreuzfahrt. Als der Jugendstil im späten 19. Jahrhundert in Mode kam, war Riga eine sehr reiche Stadt. Man konnte es sich leisten, mit der Mode zu gehen. In der Neustadt Rigas wurden während dieser Zeit mehr als 800 Jugendstilhäuser in Auftrag gegeben. Dafür ist Stadt heute berühmt. Viele Gebäude konnten nach dem Zerfall der UDSSR renoviert werden und funkeln wieder in altem Glanz.
Heute erfindet sich die selbst ernannte „Hauptstadt des Nordens" neu, gibt sich kühl und elegant wie Paris, jung und weltläufig wie Amsterdam, geschäftig wie Berlin und verscheucht die Spuren der sowjetischen Besatzer, die Lettlands Hauptstadt erst vor zwanzig Jahren in die Unabhängigkeit entlassen haben.
Die Währung Lettlands ist der Lats (1 LVL = 100 Santims). Es gibt eine vorgegebene Wechselkursanbindung an den Euro im Verhältnis 1 EUR = 0,7028 LVL. Wenn Sie auf Ihrer Ostsee Kreuzfahrt nach Riga kommen, finden Sie weitere Informationen auf der Webseite von Riga Tourism.
Kreuzfahrtschiffe auf einer Ostsee Kreuzfahrt legen im Fährhafen von Riga an. Bis in die Altstadt gehen Sie ca. einen Kilometer. Wer einigermaßen gut zu Fuß ist, kann in Riga alles zu Fuß erreichen. Taxen erkennen Sie an einem beleuchteten Schild auf dem Dach und an den Nummerschildern, die immer mit TX beginnen. Achten Sie auf das Taxameter und darauf, dass dieses auch eingeschaltet wird. Es erwarten Sie bereits zahlreiche Taxen im Fährhafen.
Mit der Riga Card können Sie alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Und Sie haben freien Eintritt zu allen Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt. Eine Rigacard für 24 Stunden kostet 10 Lats. Also gut 7 Euro. Man kann Riga auf eigene Faust besichtigen. Wir machen aber persönlich immer gerne eine geführte Besichtigungstour zu Fuß oder mit dem Bus. Bitte informieren Sie sich über die Angebote bei der Touristeninformation im Schwab-Haus gegenüber dem Rathaus von Riga (Ratslaukums 6). Manche Angebote können Sie mit einer Rigacard sogar kostenlos nutzen.
Die Altstadt Rigas liegt am rechten Ufer des Flusses Düna und ist das Zentrum der Stadt. Obwohl die Stadtbefestigungen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts beseitigt worden sind, ist der Festungscharakter immer noch erkennbar. Anstelle der Stadtmauer finden Sie heute einen schönen Park. Riga war eine alte Hansestadt. Die Gildehäuser künden von der Macht und dem Reichtum Rigas in der Hansezeit. Schauen Sie sich die historische Große und Kleine Gilde und prachtvolle Haus der Schwarzhäupter an. Der Compagnie der Schwarzen Häupter gehörten ausschließlich unverheiratete Kaufleute an. Sie kennen die mächtigen Schwarzhäupter bereits aus Tallinn.
Darüber hinaus, sind in der Altstadt zahlreiche sehenswerte Gebäude erhalten geblieben. Allem voran die gewaltige Domkathedrale. Allein für den Rohbau des 2 Meter dicken Mauerwerks der größten Kirche des Baltikums brauchte man im 13. Jahrhundert 50 Jahre! Die berühmte Walcker Orgel war die größte Orgel der Welt. Ebenfalls in der Altstadt stehen die ältesten Wohnhäuser der Rigas. Die so genannten „Drei Brüder” sind ein Wahrzeichen der Stadt. Interessanterweise handelt es sich um drei sehr verschiedene Gebäude, die auch zu völlig unterschiedlichen Zeiten erbaut wurden.
Dort wo früher die Stadtmauer und die Stadtbefestigungen standen, finden Sie heute einen sehr schönen Park. Der Bastejkalns-Park ist die grüne Lunge der Stadt und ein schöner Platz, um sich etwas von den Besichtigungen zu erholen.
Was macht man mit einer riesigen Halle für Zeppeline, wenn es keine Zeppeline mehr gibt? In der Nähe von Berlin ist ein riesiges Schwimmbad entstanden. In Riga wurden vier dieser massiven Hallen zu Markthallen um gebaut. Die Markthallen liegen direkt hinter dem Bahnhof und lohnen einen Abstecher. Auf über 70 000 Quadratmetern erstrecken sich unzählige Stände mit Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse - und die Nase kann die vielfältigen Gerüche kaum verarbeiten. Obgleich die Feinkost-Waren sauber getrennt sind, ist es ratsam, die eigenen Hygieneansprüche ein wenig herunterzuschrauben. Auch wenn sich hartnäckig der Mythos hält, der Zentralmarkt sei der größte Europas, sind die Letten mit Superlativen vorsichtig.
Freunde der schönen Jugendstil-Architektur kommen auf einer Ostsee Kreuzfahrt in Riga voll auf Ihre Kosten. Die reichen Bürger wollten mit der Mode und mit Städten wie Prag, Wien oder Budapest mithalten. Dieser Tatsache verdankt die Stadt Riga ca. 800 Jugendstilbauten von viele heute wieder frisch renoviert in neuem Glanz erstrahlen.
Unser Weihnachtsbaum ist übrigens hier in Riga entstanden. Die Schwarzhäupter wollten eine riesige Tanne in der Stadt verbrennen und mitten im Winter ein Freudenfeuer veranstalten. Aber als sie die wuchtige Tanne - die größte, die sie in den Wäldern vor Riga finden konnten - endlich auf den Rathausplatz geschleppt hatten, bekamen sie angesichts ihres feurigen Vorhabens kalte Füße. Mit dem riesigen Baum hätten sie womöglich die ganze Stadt in Brand gesteckt. Während sich nun drinnen die Bruderschaft ratschlagte, zogen draußen spielende Kinder Wollfäden aus ihren gestrickten Handschuhen, kramten in den Taschen nach Nüssen, Bändern und getrockneten Beeren und begannen damit, den Baum zu schmücken. Als die Herren mit den schwarzen Hüten später die wunderliche Verwandlung sahen, beschlossen sie, die bunt geschmückte Tanne zur Freude aller mitten in der Stadt aufzustellen und noch prächtiger zu behängen. An derselben Stelle, wo vor genau 500 Jahren der erste geschmückte Weihnachtsbaum stand, zählt heute eine Digitaluhr die Tage und Stunden bis Weihnachten herunter, wenn auf dem ganzen Erdball eine Tradition gefeiert wird, die in Riga geboren wurde.
Die Stadt hat sich von der kulinarischen Beliebigkeit Lettlands emanzipiert. Die oft hochklassig besetzten Küchen der gehobenen Restaurants kredenzen Feinschmeckern edle Gerichte. Keine Spur von russisch-rustikaler Kost, die schwer im Magen liegt. Die Letten pflegen eine Liebe zum Essen, wie sie sonst nur die Italiener und Franzosen an den Tag legen. Delikater Kaviar, auf den Punkt gebratene Ente in Apfel-Rotweinsoße, ein cremiges Schokoladen-Fondue zum Nachtisch - im „Kalku Värti" zum Beispiel, eine der gehobenen Lokalitäten im Zentrum, trifft das Who-is-Who der Stadt auf die Kleinfamilie, die sich einen netten Abend gönnt. Und Küchenchef Raimonds Zomers will sie mit anspruchsvollen Gerichten in kulinarische Traumwelten entführen: Zu seiner Spezialität zählt eine pyramidenförmige Zuckerplatte, die vor allem ein optischer Genuss ist. Ein schönes Mitbringsel von Ihrer Ostsee Kreuzfahrt ist eine Flasche „Meinais Balzams". Der international als „Black Balsam" bekannte Kräuterlikör ist Rigas Nationalgetränk und gewährt den besten Einblick in die lettische Seele. Über die Zutaten für den hochprozentigen Kräuterlikör schweigen sich die Letten ebenso aus wie über ihre sowjetische Herkunft. Als gesichert gelten Birkenknospen, Eichenrinde, Orangenschalen und eine Reihe weiterer Ingredienzen.